US-Senator will OnlyFans per Obszönitätsgesetz angreifen

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US-Senator Jim Banks fordert die Wiedereinsetzung einer Taskforce gegen Obszönität, um OnlyFans anzugreifen. Dabei vermischt er bewusst legale Erwachseneninhalte mit dem Obszönitätsbegriff.

Ein US-Senator sorgt für Aufsehen, indem er das Justizministerium auffordert, gegen OnlyFans vorzugehen. Dabei vermischt er bewusst legale Erwachseneninhalte mit dem Begriff Obszönität. Was steckt hinter diesem Vorstoß und was bedeutet er für die Branche? Der republikanische Senator Jim Banks aus Indiana hat diese Woche einen Brief an den amtierenden US-Generalstaatsanwalt Todd Blanche geschrieben. Darin fordert er die Wiedereinsetzung einer längst aufgelösten Taskforce zur Verfolgung von Obszönität. Das Ziel: OnlyFans, eine Plattform, die für ihre Erwachseneninhalte bekannt ist. ### Der Brief im Detail In seinem Schreiben wirft Banks der Plattform vor, systematisch illegale und obszöne Inhalte zu verbreiten. Er argumentiert, dass das Justizministerium die Taskforce wiederbeleben müsse, um gegen solche Inhalte vorzugehen. Kritiker sehen darin jedoch einen gezielten Angriff auf die gesamte Erwachsenenbranche. Banks selbst hat in der Vergangenheit mehrfach gegen sexuelle Aufklärung und reproduktive Rechte gestimmt. Sein Vorstoß kommt nicht überraschend, passt er doch in ein Muster konservativer Politik, die zunehmend gegen digitale Plattformen vorgeht. ### Was bedeutet Obszönität rechtlich? In den USA ist der Begriff Obszönität rechtlich eng definiert. Nach dem Miller-Test von 1973 gilt ein Werk als obszön, wenn es drei Kriterien erfüllt: - Es appelliert an ein unanständiges Interesse an Sex - Es stellt sexuelles Verhalten in einer eindeutig anstößigen Weise dar - Es hat keinen ernsthaften literarischen, künstlerischen, politischen oder wissenschaftlichen Wert Viele Erwachseneninhalte auf OnlyFans fallen nicht unter diese Definition. Banks jedoch vermischt bewusst legale Inhalte mit dem Obszönitätsbegriff, um Druck aufzubauen. ### Auswirkungen auf die Branche Sollte die Taskforce tatsächlich wiedereingesetzt werden, könnte das weitreichende Folgen haben. Plattformen wie OnlyFans müssten ihre Inhalte noch strenger moderieren. Kleine Produzenten und unabhängige Kreative wären besonders betroffen. Sie könnten ihre Arbeit nicht mehr legal anbieten. Die Erwachsenenbranche in den USA setzt jährlich Milliarden Euro um. Ein härteres Vorgehen würde nicht nur Arbeitsplätze gefährden, sondern auch die Meinungsfreiheit einschränken. Viele Experten sehen darin einen gefährlichen Präzedenzfall. ### Reaktionen aus der Community Erwachseneninhalte-Ersteller reagieren besorgt. "Das ist ein direkter Angriff auf unsere Existenzgrundlage", sagt eine Betreiberin, die anonym bleiben möchte. "Wir arbeiten legal und halten uns an alle Regeln. Jetzt sollen wir plötzlich Kriminelle sein." Auch Bürgerrechtsorganisationen melden sich zu Wort. Sie warnen vor einer Zensurwelle, die weit über Erwachseneninhalte hinausgehen könnte. Wenn der Staat erst einmal definieren darf, was obszön ist, sei die Meinungsfreiheit in Gefahr. ### Ausblick Der Brief von Senator Banks ist zunächst nur eine Forderung. Ob das Justizministerium darauf eingeht, bleibt abzuwarten. Die neue Regierung unter Präsident Donald Trump hat jedoch signalisiert, härter gegen Erwachseneninhalte vorzugehen. Ein Gericht in Florida hat kürzlich ein Gesetz bestätigt, das den Zugang zu solchen Inhalten für Minderjährige erschwert. Für OnlyFans und ähnliche Plattformen könnte dies der Beginn einer neuen Ära sein. Eine Ära, in der legale Erwachseneninhalte zunehmend unter Druck geraten. Die Branche muss sich wappnen und ihre Rechte verteidigen. Bis dahin bleibt abzuwarten, ob die Taskforce tatsächlich wiedereingesetzt wird. Eines ist jedoch klar: Der Vorstoß von Senator Banks ist ein weiterer Schritt in einer langen Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit im digitalen Zeitalter.