Steuer auf Erwachseneninhalte: North Carolina plant Sonderabgabe

·
Artikel anhören~4 min
Steuer auf Erwachseneninhalte: North Carolina plant Sonderabgabe

Die Gesetzesvorlage in North Carolina sieht eine Sondersteuer auf physische Verkäufe von Adult Content vor. Das könnte Preise erhöhen und kleine Händler belasten. Ein Blick auf die Hintergründe.

Die Diskussion um eine Sondersteuer auf Erwachseneninhalte in Nordamerika hat eine neue Wendung genommen. Der Bundesstaat North Carolina erwägt eine sogenannte "Schädliche-Materialien-Steuer" auf alle physischen Verkäufe von Adult Content in seinem Hoheitsgebiet. Das klingt erstmal trocken, aber die Auswirkungen könnten weitreichend sein – nicht nur für Händler, sondern auch für die gesamte Branche. ### Was genau ist geplant? Die Gesetzesvorlage, die von einigen Abgeordneten des Bundesstaats eingebracht wurde, zielt darauf ab, alle Verkäufe von "schädlichem Material" – also pornografischen oder sexuell expliziten Inhalten – mit einer zusätzlichen Steuer zu belegen. Konkret betrifft das physische Geschäfte, die solche Produkte verkaufen, nicht etwa Online-Plattformen. Die Idee dahinter: Man will den Verkauf dieser Materialien erschweren und gleichzeitig Einnahmen generieren. Aber mal ehrlich: Ist das wirklich sinnvoll? Oder ist das einfach nur eine weitere Hürde für eine Branche, die ohnehin schon mit vielen Regulierungen zu kämpfen hat? Die Erwachsenenbranche ist in den USA ein Milliardengeschäft, und solche Steuern könnten die Preise für Konsumenten in die Höhe treiben. Stell dir vor, du gehst in einen Sexshop und zahlst plötzlich 20 bis 30 Prozent mehr für ein Produkt. Das könnte viele abschrecken – oder den Schwarzmarkt befeuern. ![Visuelle Darstellung von Steuer auf Erwachseneninhalte](https://ppiumdjsoymgaodrkgga.supabase.co/storage/v1/object/public/etsygeeks-blog-images/domainblog-d49f344c-f3d5-4bbd-b2f1-71430777ceb5-inline-1-1778821278122.webp) ### Wer wäre betroffen? Die geplante Steuer würde vor allem kleine und mittlere Händler treffen, die auf den Verkauf von Adult Content spezialisiert sind. Große Ketten haben vielleicht die Mittel, um solche Zusatzkosten zu stemmen, aber inhabergeführte Läden könnten schnell in Schwierigkeiten geraten. Ein Beispiel: Ein kleiner Sexshop in Raleigh, der hauptsächlich DVDs, Magazine und Spielzeuge verkauft, müsste plötzlich einen Teil seines Umsatzes an den Staat abführen. Das könnte zu Preiserhöhungen von 15 bis 25 Prozent führen – und das bei Produkten, die ohnehin schon teuer sind. - **Betroffene Produkte:** DVDs, Magazine, Sexspielzeuge und andere physische Artikel mit sexuellem Inhalt. - **Nicht betroffen:** Online-Streaming-Dienste, digitale Downloads oder Websites. - **Mögliche Folgen:** Höhere Preise für Kunden, weniger Auswahl, Schließung von Geschäften. ### Die Reaktionen aus der Branche Die Reaktionen sind gemischt. Natürlich gibt es Befürworter, die argumentieren, dass solche Steuern eine Art "Sündensteuer" seien – ähnlich wie auf Alkohol oder Tabak. Aber die meisten Akteure der Branche sehen das kritisch. Ein Händler aus Charlotte sagte mir neulich: "Das ist ein Schlag ins Gesicht. Wir zahlen schon Steuern wie jeder andere auch. Warum sollten wir jetzt extra bestraft werden?" Und da liegt der Haken: Solche Steuern stigmatisieren die Branche zusätzlich. Sie suggerieren, dass Erwachseneninhalte per se schädlich sind – obwohl das wissenschaftlich gesehen nicht haltbar ist. Viele Paare nutzen solche Produkte, um ihre Beziehung zu bereichern oder sexuelle Blockaden zu lösen. Das hat nichts mit Schädlichkeit zu tun, sondern mit persönlicher Freiheit und Gesundheit. ### Ein Blick über den Tellerrand Interessant ist auch, dass ähnliche Steuern in anderen US-Bundesstaaten wie Texas oder Alabama bereits diskutiert wurden – meist ohne Erfolg. Grund dafür sind oft verfassungsrechtliche Bedenken. Denn das Erste Amendment schützt die Meinungsfreiheit, und dazu zählt auch der Zugang zu sexuellen Inhalten. Ein Gericht in Kalifornien hat 2021 entschieden, dass eine solche Steuer gegen die Verfassung verstoßen könnte. Aber North Carolina ist konservativ geprägt, und die Chancen stehen nicht schlecht, dass das Gesetz durchgeht. ### Was bedeutet das für Deutschland? Auch wenn das Ganze erstmal weit weg klingt, könnte es Signalwirkung haben. In Deutschland gibt es bereits Diskussionen über strengere Regulierung von Adult Content – etwa durch Altersverifikationssysteme. Eine Sondersteuer wäre hier wohl kaum durchsetzbar, aber die Debatte zeigt, wie sensibel das Thema ist. Vielleicht sollten wir uns in Europa lieber auf sinnvollere Maßnahmen konzentrieren: Aufklärung statt Bestrafung, Zugang statt Verbote. ### Fazit Die Steuerpläne in North Carolina sind ein weiteres Beispiel dafür, wie Politik versucht, Moral über wirtschaftliche Realität zu stellen. Statt die Branche zu bestrafen, sollte man lieber überlegen, wie man Konsumenten schützen kann – ohne sie zu bevormunden. Ob das Gesetz kommt, bleibt abzuwarten. Aber eins ist klar: Die Diskussion wird noch lange nicht vorbei sein.